BOHUS & TERMA: zwei auf den Punkt gebrachte Serien

Im Schaufenster glänzen gerade zwei Keramikserien von Stig Lindberg (1916-82, S) für Gustavsberg um die Wette. Dabei ging es dem Designer bei diesen Entwürfen eher nicht ums Glänzen, so viel Understatement und Einheit von Form und Funktion muss man schon lange suchen:

Die blauen Teile entstammen der Serie Bohus, die Lindberg 1959 entwarf. Sie war für das Speisen gedacht, es gab alle Teile in Blau oder Hellgrau. Schlichte Formen, Deckel aus einfachen Teakscheiben für die Schalen – ganz wunderbar reduziert. Auch im MAK waren sie bis zur Neuaufstellung zu bewundern. Ebenso Lindbergs Serie Terma von 1955, deren Teile für das Zubereiten der Speisen konzipiert und ofen- und herdtauglich waren: Töpfe, Pfannen, Kannen, allesamt in einem dunklen Braunton mit einem Stich ins Violette.

These pots are made for cooking, Vol. 6

These pots are made for cooking, Vol. 6

Neben dem häufiger eingesetzten Edelstahl oder Gusseisen, pur oder emailliert, ist auch ofenfeste Keramik ein geeignetes Material für Kochgeschirr. Mitte der 1950er Jahre entwickelten alle namhaften Keramikmanufakturen funktionelle und schöne Serien für Ofen und Herd. Stig Lindbergs (1916-82, S) sehr umfangreiche Serie Terma von 1955 wurde hier schon vorgestellt, ebenso Sven Erik Skawonius‘ Dukat. Einer weiteren äußerst ansprechend gestalteten Serie ihres Kollegen Carl-Harry Stålhane (1920-90, S) aus dem Jahr 1957 für Rörstrand ist dieser Blogbeitrag gewidmet: Entré.

Rorstrand ENTRE Carl-Harry Stalhane_1957_1 Weiterlesen

Fiskelycka...

Fiskelycka…

Ohne vorher fiskelycka(*) gehabt zu haben, kommen folgende Utensilien eher nicht auf den Tisch. Bei all den Seen und den langen Küsten Skandinaviens hatte dort aber wohl immer gerade jemand Anglerglück(*), die nordische Küche ist reich an Fischgerichten und entsprechend phantasievoll und zahlreich sind die Hilfsmittel für das Zubereiten und Servieren von Fisch.

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Die hier abgebildete Scholle – Pleuronectes platessa; schwedisch: rödspätta – sieht ziemlich echt aus, ist aber eine Wandkeramik. Also zurück zu dem was auf den Tisch und nicht an die Wand kommt… beginnen wir mit dem Hering: Weiterlesen

These pots are made for cooking, Vol. 5

These pots are made for cooking, Vol. 5

Über Seppo Mallats Beitrag zur Finel-Reihe wurde hier ja schon vor dreieinhalb Jahren ausführlich geschrieben. Doch bestand die Serie aus so vielen unterschiedlichen Teilen in etlichen Stilen und von zumindest vier finnischen Designern entworfen, daher kommt hier nun ein kleiner Nachschlag.

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Finnisches Gusseisen

Nachdem die letzten Tage eine farbenfrohe Topfansammlung im Schaufenster stand, hat sich die Auslage heute deutlich verdunkelt:

SAMSUNG

Aber dunkel ist gut, da kann die Form wirken, und das Material. Die Entwürfe stammen von Antti Nurmesniemi (1927-2003, SF), Timo Sarpaneva (1926-2006, SF) und Heikki Orvola (*1943, SF) (bei zwei Töpfen bin ich nicht sicher, wer sie entworfen hat, tippe aber auf Sarpaneva und/oder Nurmesniemi). Hersteller waren die drei finnischen Traditionsfirmen Högfors, Rosenlew und Wärtsilä.
Finnisches Gusseisen vom Feinsten, die Topfentwürfe so schön, dass man glatt zu essen vergisst, wenn sie auf den Tisch kommen.