Dem 1935 geborenen dänischen Grafik-, Produkt- und Industrial Designer Svend Siune gelang ein echter Coup, als er 1965 für die Silberschmiede Georg Jensen diesen Besteckentwurf vorlegte:
Finnisches Textildesign ist nicht nur marimekko, nein, da gibt es schon noch mehr. Etwa das 1820 vom Schotten James Finlayson gegründete Finlayson (noch/wieder aktiv!), oder Helmi Vuorelma Oy (bis 2014), oder … Tampella.
Die Oy Tampella Aktiengesellschaft, wie das 1861 in Tampere gegründete Unternehmen später hieß, existierte immerhin bis 1990. Prägend war sicherlich Dora Jung (1906-80, SF) mit ihren schönen, fein gewebten Leinendamast-Entwürfen und den farbenfrohen Platzdeckchen aus grobem Leinen.
Aber es gab auch Baumwolldrucke wie diese Topfpflanzen-Serie: Der Entwurf stammt von der finnischen Textildesignerin Anneli Airikka-Lammi aus dem Jahr 1978. Die kleinen Deckchen mit den fröhlichen Dessins sind ca. 26 x 26 cm groß, und das Schöne an ihnen ist, dass man die abgebildeten Pflanzen eindeutig bestimmen kann (oder könnte…).
Nanny Still-McKinney (1925-2009, SF) begann ihre Laufbahn als an der Konstindustriella centralskolan för konstflit in Helsinki ausgebildete Designerin mit dem Material Glas für Riihimäen Lasi Oy. Sie ging ihre Glaskreationen sehr humorvoll an, setzte etwa ihr Harlekiini-Kännchen auf einen extra hohen Stiel, versah die bunten Bonbonnieren und Flaschen der Tsarina-Serie nicht mit einem, sondern gleich mit drei oder vier auf einander getürmten, ungefärbten Glasmurmeln als Deckelknauf oder Stöpsel, und die SV-Teile erhielten ein gekräuseltes Detail zu ihrer ansonsten sehr strikten Form. Alles hatte einen Twist, was für das damalige finnische Glasdesign eher ungewöhnlich war.
Auch mit ihren Besteckentwürfen stach sie hervor. Colorina, das von 1970-73 von Hackman produziert wurde, kam sozusagen in quietschbunten Schlaghosen daher, mit nach unten weiter werdenden Kunststoffgriffen in knalligen Farben und psychedelischem Kreismuster.
Elegant fiel hingegen ihr Nachfolger-Besteck aus, das Hackman 1973 präsentierte: Mango.
Ainar Axelsson (1920-97, S) hatte an der Stockholmer Konstfack studiert und machte bald nach Studienabschluss mit Silberhohlwaren auf sich aufmerksam. Auch mit Edelstahl hatte er ein gutes Händchen, so entwarf er etwa für Guldsmedsaktiebolaget/GAB (später GABIS) nicht nur das sehr extravagante Besteck Extrême (1956) mit den damals aufregend neuen und sehr angesagten schwarzen Nylongriffen, sondern auch ein schwereres, gediegeneres und elegantes Edelstahlbesteck namens Regal:
Der dänische Designer Erik Herløw (1913-91) wurde bereits an anderer Stelle vorgestellt, damals ging es um sein einzigartiges Besteck Obelisk. Hier folgt ein Beitrag über einen etwas späteren Besteckentwurf Herløws, der vom norwegischen Hersteller Norsk Stålpress vulgo Norstaal 1956 präsentiert wurde: Inka.





